Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

21.12.2021

Der ÖPNV bleibt auch in 2022 das Rückgrat der städtischen Mobilitätswende

Mit Bus und Bahn ins neue Jahr. Aus dem ÖPNV-Rekordjahr 2019 kommend, waren die Pandemiejahre 2020 und 2021 für die Nahverkehrsbranche und den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) nicht immer einfach. Durch ein sich veränderndes Mobilitätsverhalten und die notwendigen Anpassungen im Rahmen des Klimaschutzes sieht die Lokale Nahverkehrsorganisation der Stadt Rüsselsheim am Main auch für den städtischen Nahverkehr viele positive Impulse, aber auch Herausforderungen.
 
„Die Anforderungen an den ÖPNV und die Mobilität insgesamt werden sich ändern“, sagt Stadtrat Nils Kraft und führt weiter aus: „Neben der Förderung der Kombination verschiedenerer nachhaltiger Verkehrsmittel wird der Fahrgastkomfort und das Angebot an Mobilitätsalternativen zunehmend wichtiger. Daher müssen neue und sozialgerechte Anreize zum Umstieg gesetzt werden. Nur so kann eine Mobilitätswende in Rüsselsheim gelingen.“ Auf das gesamte ÖPNV-Jahr betrachtet zieht Kraft insgesamt ein zufriedenes Fazit darüber, was die Stadt unter den erschwerten Bedingungen gemeinsam mit den Stadtwerken Rüsselsheim, der LNVG Groß-Gerau, dem RMV und dem Land Hessen geleistet habe.
 
Seit Herbst 2020 werden in Rüsselsheim auf bestimmten Linien regelmäßig Fahrgastzahlen erhoben, um gezielt auf stark ausgelasteten Routen Verstärkerfahrzeuge einzusetzen. Diese sollen vor allem den Schullinienverkehr entlasten. Durch die Mehrkapazität möchte die Stadt Rüsselsheim den Schutz und Komfort der Fahrgäste verbessern und so langfristig das Vertrauen in den ÖPNV stärken. Aus diesem Grund hat die Stadt gemeinsam mit den Stadtwerken auch entschieden, UV-Filter in die Busse einzubauen. Da das Luftvolumen in den Bussen regelmäßig umgewälzt wird, macht der Einsatz einer solchen Technologie hier wirklich Sinn und gibt den Fahrgästen gleichzeitig ein besseres Gefühl. „Eine solche Maßnahme im laufenden Busbetrieb umzusetzen, ist nicht einfach. Für das Know-How unserer Experten im Verkehrsbetrieb sind wir daher sehr dankbar“, lobt der Leiter der Abteilung Mobilität, Vincenzo Trevisan, die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken.
 
Möglich wird dies auch mit Hilfe der finanziellen Corona-Unterstützung des Landes und des Bundes für den öffentlichen Verkehr. Insgesamt hat der städtische ÖPNV gut eine Millionen Euro für 2020/21 erhalten. Demgegenüber stehen aber auch deutliche Mindereinnahmen bei den Beförderungsentgelten sowie erhöhte Aufwendungen für Maßnahmen, die Fahrgäste vor dem Virus schützen sollen.
 

Fahrgastzahlen erholen sich in 2021 leicht

„Verbundweit und in der Stadt sehen wir eine leichte Erholung der Fahrgastzahlen gegenüber 2020“, erläutert Trevisan. Mit Verweis auf Studien erwartet er für Rüsselsheim allerdings erst Mitte der 2020er wieder das Niveau von 2019 zu erreichen. „Gerade vor dem Hintergrund der angestrebten Verkehrswende und der bis 2030 durch den Bund angestrebten CO2-Reduzierung im Verkehrssektor von 65 Prozent, sehen wir hier noch einen langen Weg vor uns. Gegenüber dem Referenzjahr 1990 hat es einzig im Verkehrssektor bisher bundesweit keine Verringerungen gegeben. Daher drängt die Zeit“, mahnt Stadtrat Kraft.
 

Busbevorrechtigung bringt Fahrgäste schneller ans Ziel

Neben den pandemiebedingten Maßnahmen wird dieses Ziel durch zahlreiche weitere städtische Projekte unterstützt. Im Rahmen des Bundesförderprojekts „dikovers“ läuft zurzeit die Testphase der neuen Busbevorrechtigung im Stadtgebiet. Zum ersten Mal werden im Laufe des kommenden Jahres zwei unterschiedliche Verkehrsbetriebe (Stadtwerke Rüsselsheim und LNVG Groß-Gerau) in ein System integriert sein. Dabei sollen Fahrgäste mit dem Busverkehr noch schneller an ihr Zielkommen und somit das ÖPNV-Angebot attraktiver werden.
 

Soziale Teilhabe auch im Rüsselsheimer Busverkehr

Über ein verspätetes Weihnachtsgeschenk können sich zudem alle Inhaberinnen und Inhaber eines Rüsselsheim Passes ab 1. Januar 2022 freuen. Im Rahmen einer zweijährigen Testphase wird ab 2022 mit dem Rüsselsheim Pass ein durch die Stadt subventioniertes Ticketangebot zugänglich sein. Die personalisierten Zeitkarten (Wochen- und Monatskarten) für den Stadtbusverkehr (Tarifgebiet 3730) können zusammen mit dem Rüsselsheim Pass in den bekannten Verkaufsstellen der Mobilitätszentrale am Bahnhof oder direkt im Kundenzentrum der Stadtwerke gekauft werden. Dabei übernimmt die Stadt über 50 Prozent der Fahrkartenkosten. „Mit diesem Angebot stärken wir nicht nur die Soziale Teilhabe und die Mobilität aller Rüsselsheimerinnen und Rüsselsheimer, sondern setzen auch einen zusätzlichen Impuls für den ÖPNV und die Mobilitätswende in der Stadt“, betont Stadtrat Nils Kraft.

 

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