Die Ehrung würdigt sein langjähriges Engagement für die Erforschung und Vermittlung der Lokalgeschichte Rüsselsheims sowie des Rhein-Main-Gebiets. Mit seinen interdisziplinären Arbeiten zur Sprach-, Siedlungs- und Literaturgeschichte leistete er einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung weit über die Region hinaus.
Zu seinen Arbeiten zählen zahlreiche Veröffentlichungen zur Orts- und Flurnamenforschung, zur Stadt- und Baugeschichte sowie Beiträge in wissenschaftlichen Publikationen und Festschriften. Beispiele sind die von ihm angeregten „Rüsselsheimer Rundwege“, Studien zur Geschichte der Stadtteile sowie Untersuchungen zur Einordnung Rüsselsheims in europäische Entwicklungslinien, etwa zur „architektonischen und literarischen Frührenaissance südlich des Untermains“.
Ernst Erich Metzner wurde 1938 in Hillersdorf (heute Krnov, Tschechien) geboren und wuchs nach der Flucht 1946 in Raunheim auf. Nach dem Abitur am Immanuel-Kant-Gymnasium in Rüsselsheim studierte er Germanistik, Geschichte, Politik und Skandinavistik und legte das Staatsexamen für das Lehramt ab. Es folgten wissenschaftliche Stationen als Lektor in Aarhus, die Promotion im Jahr 1969 sowie eine Professur an der Goethe-Universität Frankfurt, die er bis 2001 innehatte. Gastprofessuren führten ihn unter anderem nach Florenz, Lublin und Lyon.
Er war Vorsitzender des Adalbert-Stifter-Vereins in München und Mitglied des kommunalen Denkmalbeirats in Rüsselsheim. Zudem engagierte er sich kommunalpolitisch als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung.
Seine Arbeiten verbinden lokales Geschichtsbewusstsein mit einer europäischen Perspektive. Ernst Erich Metzner, der am 5. Dezember 2025 im Alter von 86 Jahren starb, hinterlässt ein bedeutendes wissenschaftliches Werk.





