Das Ranking analysiert die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der Mittelzentren im IHK-Bezirk anhand eines umfassenden, datenbasierten Indexes. Grundlage sind 34 Indikatoren, die zu sechs Themenblöcken zusammengefasst und unterschiedlich gewichtet werden: kommunale Standortfaktoren, Unternehmen, Beschäftigung, Einzelhandel, Tourismus und Wohnqualität sowie Demografie und Fachkräftepotenzial.
Oberbürgermeister Patrick Burghardt sagt dazu: „Die verbesserte Platzierung unterstreicht die positive Entwicklung Rüsselsheims in den vergangenen Jahren und zeigt unser einzigartiges Potential. In zahlreichen Abfragen und Einzelindikatoren liegt die Stadt über dem hessischen Durchschnitt. Damit festigt Rüsselsheim seine Rolle als leistungsfähiger Wirtschafts- und Arbeitsstandort innerhalb der Region“, Er führt weiter aus: „Es gibt aber auch einige Auswertungen, die uns aufzeigen, an welchen Stellen wir noch stärker werden müssen. Diese Punkte werden wir sehr genau betrachten und berücksichtigen.“ Die Bewertungen seien zum Großteil faktenbasiert, allerdings in einigen Punkten spiegelten sie auch reine Umfragewerte wider, wie beispielsweise zum Bereich Wohnen, oder es konnten keine Zahlenwerte zugrunde gelegt werden, was zu einem nachteiligen Ergebnis führen könne.
Auf Platz 1 liegt Rüsselsheim mit dem großen Angebot an baureifen und vermarktbaren Gewerbeflächen. Mit Platz 2 bewertet die IHK die Veränderungen der Unternehmen in den Jahren 2018 bis 2024, weil sich die Anzahl der umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen nur um 3,4 Prozent reduziert hat. Somit kann Rüsselsheim im Vergleich eine stabile Wirtschaft nachweisen. Positiv ist auch die Entwicklung bei den wissensintensiven Ansiedelungen 2019 bis 2024, bei denen Rüsselsheim mit 0,55 Ansiedelungen je 1.000 Einwohnern Platz 4 belegt. „Wir setzen alles daran, diesen Trend weiter zu unterstützen. So arbeiten wir zum Beispiel an einem Rüsselsheimer Ökosystem für Start-ups unter dem Titel ‚RISE‘“, kündigt Burghardt an.
Bei der Gesamtzahl an Unternehmen in Relation zu den Einwohnern liegt Rüsselsheim auf dem letzten Platz, was mit den freien Stellantisflächen zusammenhängt. „Hier werden wir in den kommenden Jahren sicherlich deutliche Veränderungen sehen, da auf den freien Flächen Stück für Stück neue Strukturen entstehen“, erläutert der Rathauschef. Ähnliches gelte für die der Kategorie Wohnen. Zum einen liefen derzeit unter anderem Bauarbeiten der gewobau im Quartier im Ostpark. Zum anderen sehe die Stadt eine große Diskrepanz zwischen den schlechten Umfragewerten und der tatsächlichen Standortqualität mit einem sehr guten Angebot an Schulen, Kitas, Sport und Kultur.
Die Methodik des Mittelzentrenrankings wurde in der aktuellen Auflage im Grundsatz beibehalten und punktuell weiterentwickelt. Neu aufgenommen wurde unter anderem die Breitbandversorgung von Privathaushalten mit mindestens 200 Mbit/s, während einzelne Kostenindikatoren entfallen sind. Das Mittelzentrenranking dient Kommunen, Wirtschaftsförderungen und politischen Entscheidungsträgern als wichtige Orientierungsgröße für strategische Entscheidungen in der Standort- und Stadtentwicklung.



