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Rüsselsheim baut

Trittsteinbiotop Karlsbader Straße

Auf der bislang als Wiese genutzten Fläche hat die Stadt Rüsselsheim am Main ein Trittsteinbiotop entstehen lassen, das künftig zahlreichen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum, Rückzugsort und Verbindungselement zwischen bestehenden Biotopen dient.

Übersichtsplan über das Trittsteinbiotop mit allen Elementen
Entwurf

Überblick über die Baumaßnahme

Ziel der Maßnahme ist es, durch die Kombination dieser unterschiedlichen Strukturen einen abwechslungsreichen Lebensraum zu schaffen, der als Trittstein im Stadtgebiet fungiert und so die Wanderung und Ausbreitung vieler Arten erleichtert und damit einhergehend die Biodiversität nachhaltig fördert. Die Aufwertung der Fläche ist damit ein wichtiger Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt.

Im Rahmen der Flächenaufwertung werden gezielt verschiedene biodiversitätsfördernde Elemente integriert. Als sichtbare Elemente sollen Steinhaufen, Benjeshecke, Trockenmauer etc. anschaulich die Bedeutung naturnaher Strukturen vermitteln, Impulse für die Arbeit im eigenen Garten liefern und das Bewusstsein für den Schutz und die Entwicklung biologischer Vielfalt im unmittelbaren Lebensumfeld fördern.

Steinhaufen

Steinhaufen schaffen strukturreiche Lebensräume, die zahlreichen Tierarten wie Insekten, Spinnen und Kleintieren als Rückzugs-, Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten dienen.

Durch unterschiedliche Temperatur- und Feuchtigkeitszonen innerhalb des Steinhaufens entstehen vielfältige ökologische Nischen. Dies unterstützt die Ansiedlung und den Erhalt verschiedener Arten und trägt zur Stabilisierung lokaler Ökosysteme bei.

Steinhaufen für Insekten und Kleinstlebewesen
Steinhaufen

Benjeshecken

Die Benjeshecke des Trittsteinbiotops dient in erster Linie als Schutz für die Fläche, kann somit als ein lebendiger Zaun betrachtet werden. Sie entsteht durch aufgeschichtetes Totholz und Schnittgut und entwickelt sich mit der Zeit zu lebendigen Heckenstrukturen. Die Struktur bietet zahlreichen Tierarten, insbesondere Insekten, Vögeln und Kleinsäugern, Schutz-, Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten.

Benjeshecke

Trockenmauer

Durch die fugenreiche Bauweise der Trockenmauer entstehen zahlreiche kleine Lebensräume mit unterschiedlichen mikroklimatischen Bedingungen. Die Hohlräume und Spalten bieten Rückzugs-, Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten für eine Vielzahl von Tierarten, darunter Insekten, Spinnen, Amphibien und Reptilien. Zudem können sich in den Zwischenräumen spezialisierte Pflanzenarten ansiedeln, wodurch die Artenvielfalt zusätzlich erhöht wird.

Neu anlegte Trockenmauer auf dem Gelände, im Hintergrund sieht man Wohnhäuser
Andere Perspektive der Trockenmauer, im Vordergrund ein Zaun

Sandarium

Das Sandarium bietet insbesondere bodennistenden Wildbienen und anderen Insekten geeignete Bedingungen zur Anlage ihrer Nistplätze. Durch die offene, vegetationsarme Sandstruktur entstehen trockene, sonnenexponierte Mikrohabitate, die von spezialisierten Arten genutzt werden. Damit trägt ein Sandarium wesentlich zur Förderung von Bestäubern und zur Stabilisierung lokaler Ökosysteme bei.

Sandfläche, die von einer kleinen Mauer im Hintergrund und einem Zaun im Vordergrund umgeben ist

Gabione mit Dachbegrünung

Die Kombination aus steinreicher Füllung und extensiver Begrünung schafft unterschiedliche Lebensräume auf kleinem Raum. Die Steinstruktur bietet Spalten und Hohlräume als Rückzugs- und Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten und andere Kleintiere. Die Dachbegrünung ergänzt diese Funktion durch zusätzliche Nahrungsquellen für Bestäuber sowie durch vegetationsgebundene Lebensräume.

Durch die Verbindung von mineralischen und vegetativen Elementen entstehen vielfältige Mikrohabitate, die die Artenvielfalt fördern und das lokale Mikroklima positiv beeinflussen können.

Ansicht der Gabione - Steinfüllung in einem Drahtkäfig, oben drauf begrünt
Andere Ansicht der Gabione mit Dachbegrünung
Seitenansicht der Steinfüllung der Gabione, im Hintergrund sieht man die angrenzenden Wohnhäuser

Wildblumenwiese, Stauden, Sträucher, Gehölze

Durch die Kombination unterschiedlicher Vegetationsebenen entstehen artenreiche und ökologisch stabile Lebensräume mit hoher Strukturvielfalt. Wildblumen-, und Kräuterwiese dienen insbesondere Bestäubern wie Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten als wichtige Nahrungsquelle. Stauden, Sträucher und Gehölze ergänzen dieses Angebot durch Blüten, Früchte und strukturreiche Lebensräume, die auch Vögeln und Kleinsäugern zugutekommen. Angelehnt an einen Weinberg, wird die Kräuterwiese der Böschung durch Initialstauden zusätzlich gezielt unterstützt.

Kombination von Vegetationsebenen, Stauden und Hangbepflanzung
Staudendreieck
Staudendreieck, an der linken Seite sieht man Wohnhäuser
Wiese, im Vordergrund ein neu gepflanzter Baum und ein Steinhaufen
Staudenpflanzung, im Hintergrund eine Steinmauer
Steinhaufen
Sedum

Pflanzenkohle

Der Boden ist Lebensraum für unzählige Mikroorganismen, Pilze und Kleinstlebewesen. Diese bilden die Basis der Nahrungskette, zersetzen organisches Material und machen Nährstoffe für Pflanzen verfügbar. Ein gesunder Boden ist daher entscheidend für Biodiversität, denn ohne ein aktives Bodenleben können sich weder vielfältige Pflanzen noch darauf angewiesene Tiere dauerhaft entwickeln.

Pflanzenkohle unterstützt dieses Bodenleben, verbessert die Bodenfruchtbarkeit und fördert artenreiche Vegetation. Durch ihre poröse Struktur speichert sie Wasser und Nährstoffe und macht sie Pflanzen langfristig verfügbar.

Wichtig ist dabei die Qualität: Hochwertige Pflanzenkohle enthält nur sehr geringe Mengen an PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und schützt so Boden und Umwelt, während unzureichende Produkte eine negative Wirkung haben. 

Haufen Pflanzenkohle
Pflanzenkohle

Steckbrief

Gesamtkosten:

  • rund 56.000 €

Zeitplan:

  • Ausführung: März bis April 2026
  • Eröffnung: Mai 2026

Fotogalerie

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