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Pressemitteilung

Umfangreiche Artenschutzmaßnahmen im Baugebiet „Eselswiese“

Aktuell finden im Gebiet der Eselswiese umfangreiche vorgezogene Artenschutzmaßnahmen statt. Ziel ist es, die Entwicklung des Baugebiets mit einer möglichst geringen Beeinträchtigung der heimischen Flora und Fauna zu realisieren.

Über eine glatte grüne Röhre können Eidechsen in einer gerippte gelbe Röhre in den Außenbereich gelangen.
Ein dunkelgrüner Zaum mit Plastikfolien stoppt Reptilien, damit sie zu den Auslässen weitergehen.
Ein aufgeschichteter Holzhaufen bietet SChutz für Reptilien.
Ein hoher Baumstamm mit einem Nistkasten für Falken

„Wir nehmen den Natur- und Artenschutz sehr ernst und gehen über das, was notwendig wäre, hinaus. Es ist ein erheblicher Aufwand, den wir gern auf uns nehmen, damit sich das Gebiet gut in Bauschheim und die angrenzende Natur einfügt“, erklärte Oberbürgermeister Patrick Burghardt bei einem Ortstermin. Sämtliche Schritte werden von einem Fachbüro für ökologische Begleitung überprüft. Zuvor sind jahrelange ökologische Voruntersuchungen erfolgt. „Die Artenschutzmaßnahmen finden bereits parallel zur Bauleitplanung statt, damit das Baugebiet nach dem Satzungsbeschluss möglichst zügig realisiert werden kann. Das Gebiet soll eine hohe Qualität haben und nachhaltig sein, weshalb Aspekte der Natur eine große Rolle spielen“, ergänzte Stadtrat Simon Valerius. 

Am Rosenhof wurde in der vergangenen Woche ein 310 Meter langer Reptilienschutzzaun eingerichtet., weil in den Randbereichen des Geländes vereinzelt Zauneidechsen festgestellt wurden. Über 20 Auslässe können die Eidechsen nach außen unter anderem in Büsche oder Holzhaufen gelangen. Außerdem wird ein Fachbüro für ökologische Begleitung 20 schwarze „Wellpappen“ auslegen, die sich in der Sonne aufwärmen und gern von Reptilien als Versteck genutzt werden. Die Mitarbeitenden des Büros werden auch weitere Verstecke auf dem Gelände absuchen. Sollten Zauneidechsen gefunden werden, siedelt das Fachbüro sie auf die Sanddüne am Rosenhof um. 
Das Ersatzhabitat auf der Erweiterungsfläche der Sanddüne wurde bereits im vorigen Jahr hergestellt, neue Sträucher bieten seit kurzem den Eidechsen eine Rückzugs- und Deckungsmöglichkeit. Ein Infobanner innerhalb der Fläche informiert neuerdings über die Maßnahme.

Die Sanddüne hatte im Bestand eine Größe von rund 7.100 Quadratmetern. Nach den derzeitigen Beschlussvorschlägen zur ersten und zweiten Auslegung hat sie zukünftig eine Größe von rund 9.700 Quadratmetern. Dies entspricht einer Vergrößerung um ein Drittel.

Die Maßnahmen werden kontinuierlich durch beauftragte Fachbüros für Natur- und Artenschutz überprüft. Bauliche Eingriffe im Rosenhof erfolgen erst, wenn die Ersatzhabitate erfolgreich etabliert wurden. Entsprechend ist der Abriss der alten Gebäude für Herbst 2026 mit ökologischer Baubegleitung vorgesehen.

Da rund um den Rosenhof bei den Voruntersuchungen Turmfalken beobachtet wurden, haben die Stadt und die Nassauischen Heimstätte (NH) als Treuhänderin eine erste Nisthilfe im nahegelegenen Vogelschutzgebiet „Im Schacht“ aufgestellt. Eine weitere wird in der bestehenden Sanddüne voraussichtlich Mitte April folgen. 

Weitere Maßnahmen zum Artenschutz

Insgesamt 1,1 Hektar Ackerflächen wandeln Stadt und NH sukzessive in Kraut- und Blühstreifen um. Im Frühjahr wird auf sieben der elf Flächen spezielles Saatgut ausgebracht, um Ersatzlebensräume für verschiedene Vogelarten der Feldfluren zu schaffen. Vier weitere Flächen folgen 2027.

In der Umgebung der Eselswiese werden neue Laichgewässer angelegt, die nur zeitweilig Wasser führen, um besonderen Amphibien wie der Wechselkröte geeignete Fortpflanzungsbedingungen zu bieten. Zwei der fünf Gewässer, beispielsweise in der Erslache-Ost, wurden bereits angelegt, die weiteren folgen im kommenden Jahr.

Als Ausgleich für das Rosenhof-Gelände wurden an der Otto-Hahn-Schule und auf dem Friedhofsgelände Nisthilfen für Fledermäuse und Nischenbrüter installiert. Die alten Gebäude des Rosenhofs wurden unter fachlicher Begleitung verschlossen, um eine Ansiedlung von Arten zu verhindern. Regelmäßige Kontrollen durch die ökologische Baubegleitung stellen sicher, dass keine Tiere vor dem Rückbau übersehen werden.

Weitere Untersuchungen

Südwestlich unterhalb des Entwicklungsgebiets ist im Bereich der Lengfeldstraße bis nahe an die Landesstraße L3040 eine Entwässerungsleitung geplant. Deswegen werden hier in den kommenden Wochen weitere Untersuchungen zum Schutz von Flora und Fauna durchgeführt.

 

In drei kleinen Bereichen werden wie auf dem Rosenhofgelände künstliche Eidechsenverstecke aus schwarzer „Wellpappe“ ausgelegt. Diese haben eine Größe von jeweils einem Quadratmeter und werden im Umfeld der landwirtschaftlichen Wege platziert.

 

Zusätzlich erfolgt eine Kartierung der vorhandenen Flora und Fauna, um ein umfassendes Bild der ökologischen Situation zu erhalten. Die Untersuchungen werden durch regelmäßige Begehungen während der gesamten Vegetationsperiode begleitet.

 

Die Stadt bittet darum, dass die ausgelegten Eidechsenverstecke nicht entfernt oder verändert werden. Die Maßnahmen beeinträchtigen weder den landwirtschaftlichen Verkehr, noch Passanten.

 

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Im Sinne des Naturschutzes

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