Als ein Mosaikstein der Erinnerungskultur wurde der frisch restaurierte Grabstein der bedeutenden Rüsselsheimerin jetzt wieder auf dem Alten Seilfurter Friedhof aufgestellt.
Für die bewegende Gedenkfeier waren Familienmitglieder der 13. und 14. Generation aus der näheren Umgebung, aus England, Frankreich, der Schweiz und den USA gekommen. Sichtlich stolz enthüllten sie gemeinsam mit Oberbürgermeister Patrick Burghardt das Grabmal. Sie hatten die Restaurierung und Wiederaufstellung ermöglicht und freuten sich, dass der Grabstein ihrer Vorfahrin wieder öffentlich sichtbar ist. Oberbürgermeister Patrick Burghardt machte deutlich: „Es ist ein sichtbares Zeichen des Erinnerns, der Wertschätzung und des bewussten Umgangs mit unserer Geschichte. Persönlichkeiten wie Luise Heßemer bleiben Teil unseres kollektiven Gedächtnisses. Ihre Geschichte gehört zu unserer Stadt – und wir tragen Verantwortung dafür, sie lebendig zu halten.“
Luise Heßemer wurde am 1. Mai 1811 als Tochter von Georg Heßemer, dem damaligen Bürgermeister der Gemeinde Rüsselsheim, geboren. Sie gründete 1842 die erste Schule für Kleinkinder im Jahr in Hessen und hat die Bildungslandschaft Rüsselsheims und darüber hinaus nachhaltig geprägt. Zudem kümmerte sie sich um die Kranken in der Stadt. Für diese Verdienste wurde sie 2004 als „Leuchtendes Vorbild“ geehrt und reiht sich seither in die Lichtgalerie im Rüsselsheimer Ratssaal ein.
Die Aufmerksamkeit auf den Grabstein Luise Heßemers fiel bei einer Sichtung von Beständen des Familienarchivs. Die Nachfahrin Heike Bartz stand hierzu im Austausch mit dem Stadtarchiv Rüsselsheim, dem Stadtmuseum und dem Kulturbüro.
Schnell wurde klar, dass das Grabmal, das seit 1992 im Steindepot (Lapidarium) des Stadt- und Industriemuseums lagerte, wieder das Licht der Öffentlichkeit erblicken sollte. Hierüber und über Überlieferungen von ihrer Vorfahrin berichtete Heike Bartz stellvertretend für die Familie Heßemer. Einen Kurzvortrag über das Leben und Wirken von Luise Heßemer hielt der Leiter des Stadtarchivs Lars Schlaphof. Bianca Karger von der Stabsstelle Kultur und Vielfalt las aus der Familienchronik der Familie ein Gedicht zum Gedenken an Luise Heßemer sowie einen Zeitungsbericht über die Feier zum 50-jährigen Jubiläum der Kleinkinderschule vor.
Zum Abschluss der Gedenkfeier für die Wiederaufstellung des Grabsteins besichtigen die Teilnehmenden den Seilfurter Friedhof. Am Nachmittag kehrten sie zur Wirkstätte Heßemers zurück: Die Familienmitglieder besuchten das Kinder- und Familienhaus an der Frankfurter Straße, in dem einst Luise Heßemer Kinder betreut hat.
Internetseite mit einem Kurzporträt des Leuchtenden Vorbilds „Luise Heßemer“
https://www.ruesselsheim.de/kultur/leuchtende-vorbilder/geehrte-persoenlichkeiten/luise-hessemer
Internetseite zu den bisher geehrten Persönlichkeiten
https://www.ruesselsheim.de/kultur/leuchtende-vorbilder/geehrte-persoenlichkeiten/
Internetseite zum Kunstwerk
https://www.ruesselsheim.de/kultur/leuchtende-vorbilder/





