Rüsselsheim am Main. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Verwaltung sind häufig mit wiederkehrenden Aufgaben konfrontiert. Die Stadt Rüsselsheim am Main will nun ein Tool einführen, durch das Protokolle von Sitzungen mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt werden können, eine Wissensdatenbank bei der Recherche von Dokumenten und ein Assistent zur Beantwortung von E-Mails unterstützen sollen. Möglich wird das Projekt „Souveräne digitale Assistenz für Kommunen“ durch die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“. Staatssekretär Dr. Nicolas Sölter hat den Bescheid über 309.000 Euro heute an Oberbürgermeister Patrick Burghardt überreicht.
„Künstliche Intelligenz kann die öffentliche Verwaltung spürbar entlasten und zugleich den Service für Bürgerinnen und Bürger verbessern. Das Projekt in Rüsselsheim zeigt, wie moderne KI-Anwendungen sinnvoll, datensouverän und praxisnah eingesetzt werden können. Mit intelligenten Anwendungen für Protokolle, Wissensmanagement und E-Mail-Bearbeitung werden Routineaufgaben reduziert und wertvolle Zeit für die eigentlichen Kernaufgaben gewonnen. Dass Rüsselsheim dabei eine Referenzarchitektur entwickelt, die von weiteren Kommunen übernommen werden kann, stärkt die Digitalisierung der hessischen Verwaltung nachhaltig und schafft echten Mehrwert für das gesamte Land“, sagte der Staatssekretär.
Effizientere, sichere sowie zukunftsfähige Arbeitsprozesse sind das Ziel des Projekts. Die Stadtverwaltung Rüsselsheim arbeitet bereits mit einer in Deutschland betriebenen, offenen und datensouveränen Plattform für den öffentlichen Dienst. Die drei neuen entwickelten KI-Funktionen sollen in diese bestehende Arbeitsumgebung integriert und praxisnah erprobt werden. Zum einen soll zur Protokollierung von Sitzungen ein auf Künstlicher Intelligenz basierendes Werkzeug eingesetzt werden, das auf Basis von Notizen oder Audio-Dateien Protokolle automatisch erstellt, strukturiert und formal überprüft. Zum anderen soll eine semantische Such- und Dialogkomponente aufgebaut werden, die Wissen aus Projektdokumenten, Sitzungsunterlagen und Archiven erschließt und somit Beschäftigte der Verwaltung bei der Informationsrecherche unterstützt. Grundlage dafür ist eine lokale Wissensdatenbank. Als drittes Tool soll ein E-Mail-Assistent eingeführt werden, um unterstützt durch Künstliche Intelligenz E-Mails automatisch zu klassifizieren, zu priorisieren und teilautomatisiert zu beantworten. Ebenso sollen längere E-Mail Verläufe zusammengefasst werden. Rüsselsheim will in dem Projekt eine Referenzarchitektur schaffen, die auch anderen Kommunen als wiederverwendbares Template zur Verfügung gestellt werden kann.
Oberbürgermeister Patrick Burghardt: „Ich freue mich sehr über die Unterstützung des Landes Hessen für unser Projekt. Damit wird unser Einsatz gestärkt, die Digitalisierung der Stadtverwaltung in Rüsselsheim am Main weiter voranzutreiben. Zudem zeigen wir, wie Künstliche Intelligenz in der Verwaltung datenschutzkonform angewendet werden kann. Besonders wichtig ist uns dabei der Modellcharakter des Projekts. Die entwickelten Lösungen und die gewonnenen Erfahrungen möchten wir mit anderen hessischen Kommunen teilen und Wissensaustausch ermöglichen. Von Synergien profitieren am Ende wir alle – Verwaltungen ebenso wie die Bürgerinnen und Bürger.“
Hintergrund Förderprogramm "Starke Heimat Hessen"
Mit dem Programm „Starke Heimat Hessen“ werden die Kommunen bei wichtigen Zukunftsprojekten unterstützt. Über die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“ stellt das Land seit 2021 rund 15,5 Millionen Euro jährlich für kommunale Digitalisierungsvorhaben bereit. Bisher wurden beziehungsweise werden 149 Vorhaben mit einer Gesamtfördersumme von rund 110 Millionen Euro bewilligt. Seit 2025 ergänzt eine neue Förderlinie das Programm: Sie unterstützt die Nachnutzung erprobter, datenplattformbasierter Lösungen. Seit 2026 können Kommunen im neuen Förderprogramm „kommunal.digital.hessen“ eine Förderung von Basistechnologien zur Verwaltungsdigitalisierung aus Mitteln des
Programms „Starke Heimat Hessen“ beantragen.
Um die Kommunen zu unterstützen, Austausch und Vernetzung zu ermöglichen, hat die Hessische Landesregierung im Frühjahr 2020 die Geschäftsstelle Smarte Regionen im Haus der Digitalministerin eingerichtet. Durch die Formate des Wissenstransfers der Geschäftsstelle Smarte Region, etwa durch die Best-Practice-Datenbank oder Erfahrungskreise, profitieren auch nicht geförderte Kommunen von der Förderung.



