Bild: Header Kultur in Rüsselsheim

freiraum f3 - Das offene Stadt-Atelier

Die Stadt Rüsselsheim am Main stellt Kunst- und Kulturschaffenden einen offenen Atelierraum in der Innenstadt kostenfrei zur Verfügung: den „freiraum f3“. Das Ladengeschäft an der Frankfurter Straße 3, in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz, wurde von der Stadt zur kulturellen Nutzung angemietet. Der freiraum f3 ist ein Werkraum, in dem Künstlerinnen und Künstler arbeiten, experimentieren und ihre Werke präsentieren können. Auf rund 100 Quadratmeter Fläche bietet er den oft dringend benötigten Platz für kreative Werkprozesse jeglicher Art. Das Atelier kann als Malstudio, als Probenraum, Installations- und Performancefläche oder Workshopraum genutzt werden. Die Schaufensterfronten erlauben Einblicke in den künstlerischen Schaffensprozess. Werkschauen und Aktionstage laden zu einem Dialog mit den „freiraum“-Künstlerinnen und Künstlern während ihrer Residenzen ein.


Damit ist ein neuer Kulturort im Rüsselsheimer Stadtzentrum entstanden, mit dem zugleich Kulturschaffende in ihren Arbeitsprozessen direkt unterstützt werden. Interessenten können sich bei der Kultursteuerung für eine zeitlich befristete Residenz bewerben und bekommen nach Begutachtung des Vorhabens die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung gestellt.

 

Anfragen

Anfragen für eine freiraum f3-Residenz können formlos an die Kultursteuerung gestellt werden. Die Nutzungskonditionen sind der Muster-Nutzungsvereinbarung zu entnehmen.


Die Anfragen sollten Angaben enthalten zu:

  • der antragstellenden Person/Institution
  • dem Projektvorhaben (Kunstsparte, Materialen, Methoden, Ziele)
  • dem Wunschzeitraum (Residenzen werden entsprechend der Verfügbarkeit der Räumlichkeiten vergeben. Auch mehrwöchige Residenzen sind möglich)

 

Weitere Informationen:

Link zu Muster-Nutzungsvereinbarung freiraumf3 (PDF, 112 KB)

Kontakt

Ansprechpartner

Dr. Jonathan Roth, Raum 313
Telefon:06142 83-2027
E-Mail:kultursteuerung@ruesselsheim.de

 

 

Residenzen 2021/22

Sam Khayari und Karin Mairitsch, Live-Painting-Aktion „10 Meter Freiheit“ (09/2021)

Auftakt-Performance zur Eröffnung des freiraum f3. Wenn uns die Pandemie eines vor Augen geführt hat, dann ist es unsere Empfindlichkeit gegenüber Einschränkungen der persönlichen Freiheit. Doch was ist Freiheit? Existiert sie überhaupt? Oder ist sie vielmehr ein Konstrukt unseres Wunschdenkens, das uns vorgaukelt, tun und lassen zu können, was wir wollen? Der Kreativnomade Sam Khayari und die Künstlerin Karin Mairitsch spüren diesen Fragen nach. Sie bezweifeln die Existenz einer Freiheit, die sich ins Endlose weiten kann und wählen sehr bewusst ein Setting, das von vornherein einschränkend ist: eine 10-Meter-Leinwandbahn, die ihrem malerischen Ausdruck Grenzen setzt. Sie erlauben sich, wechselseitig in die malerischen Impulse der oder des anderen einzugreifen. Sie malen in einem Ladenlokal, das öffentlich einsehbar ist und lassen zu, das Besucherinnen und Besucher in diesen Raum eindringen. Sie performen öffentlich und geben live Einblicke in den sozialen Medien. Ihr künstlerisches Handeln wird gläsern und ist für Irritationen von außen offen. Worin also besteht die Freiheit?


Live Painting Aktion (Bild: Volker Dziemballa)

Kunstkollektiv „club d’art percevant“ (10/2021 – 01/2022)

Hinter dem Künstlertrio „club d’art percevant“ stehen Dennis Albrecht, Yannick Pfeifer und Kevin Knöss. Die drei haben sich dem gemeinsamen kreativen Schaffen verschrieben und widmen sich hauptsächlich der abstrakten Kunst. Mit dem Projekt ist nach Auffassung des Trios „jeder interessierten Seele die Möglichkeit geboten, sich beim Flanieren durch die Innenstadt die Zeit für einen Blick in das geordnete Chaos zu nehmen, Inspiration zu erhaschen und unweigerlich auch selbst Teil der Kunst zu sein“.

 

 

club d'art percevant (Bild: Stadt Rüsselsheim am Main)

Kunstkollektiv Rüsselsheimer Kooperationsmodell (03/2022)

Charlotte Bauer, Bildende Künstlerin/Stuckateurin (04 – 06/2022)

Charlotte Bauer arbeitet hauptberuflich als Stuckateurin und studiert an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. In ihren Arbeiten widmet sie sich den Sparten Installation, Fotographie, Typographie und Linienzeichnung. Dabei arbeitet sie überwiegend mit Materialien wie Gips, Textilien und Keramik. „In meine Arbeiten fließen oftmals Objekte ein, die sich im städtischen Raum befinden und allgemein als ‚Reste‘ oder ‚Überbleibsel‘ der Gesellschaft angesehen werden, mit denen scheinbar nichts mehr angefangen werden kann. Diese Rückstände üben auf mich eine gewisse Faszination aus. Sie sind es wert, gezeigt zu werden, ich setze sie in Szene“ (Charlotte Bauer).

 

 

Charlotte Bauer (Bild: Stadt Rüsselsheim am Main)

Daria Kolesnyk, Malerin (06 – 07/2022)

Daria Kolesnyk studiert Malerei an der Staatlichen Akademie für Design und Kunst in Charkiw. In ihren Werken arbeitet sie überwiegend mit Ölfarbe auf Leinwänden, sie experimentiert aber auch mit digitaler Kunst. Die persönlichen Erlebnisse des Überfalls auf die Ukraine und der eigenen Flucht haben auch ihr Kunstschaffen beeinflusst. Sie verstehe ihre Arbeit als eine Form der Zeugenschaft über die Wahrhaftigkeit des Krieges: „Meine Aufgabe als Künstlerin ist es, den Betrachter zum Nachdenken über die Geschehnisse anzuregen, um zu erkennen, dass das, was scheinbar ‚irgendwo da draußen‘ passiert, jedem etwas passieren kann. Und es ist viel näher, als man vielleicht denkt“ (Daria Kolesnyk).
Im Verlauf ihrer vierwöchigen Residenz im Freiraum entwickelte Daria Kolesnyk neue Motive und stellte ihr Examensprojekt für den Bacherlorabschluss in Charkiw fertig. Die Ergebnisse dieser Arbeiten wurden im Rahmen einer Werkschau im freiraum f3 präsentiert.

 

 

Daria Kolesnyk (Bild: Stadt Rüsselsheim am Main)

Tamara Dauenhauer, Performancekünstlerin (07/2022)

Heimat, Wurzel, Zukunft? Wer bin ich in meinem Land, in meiner Stadt? Was ist Rüsselsheim für mich? Was möchte ich zeigen? Tamara Dauenhauer hat Rüsselsheim befragt. Das Resultat zeigte sie in Form einer „Community Installation“ mit dem Titel „STADT – LAND – ICH“. Die Collage aus Video, Sound und Plexiglas wurde im Rahmen von „Kultur im Sommer 2022“ im freiraum f3 präsentiert.

 

 

Performancekunst von Tamara Dauenhauer (Bild: Stadt Rüsselsheim am Main)

The Arts Club / Lisa Rost (08/2022)

„The Arts Club“ gründete Lisa Rost 2020, mitten in der Corona-Pandemie, um jungen Künstlerinnen und Künstlern in Rüsselsheim und Umgebung eine Plattform für kreative Projekte zu bieten. Was als kleine Veranstaltungsreihe mit Konzerten und Lesungen begann, entwickelte sich bald zu einem spartenübergreifenden Kulturformat. Gemeinsam mit Yannick Pfeifer entwickelte sie eine eigene Merchandise-Serie mit individuell gestalteten Textilien – jedes Stück ist ein Unikat. Im Rahmen ihrer freiraum-Residenz experimentierten Lisa Rost und Yannick Pfeifer mit Foto-, Mal- und Drucktechniken. Zugleich wurde der freiraum f3 für Werkschauen und Szenetreffs geöffnet.

 

 

The Arts Club (Bild: Lisa Rost & Yannick Pfeifer)

Adresse

Marktplatz 4

65428 Rüsselsheim am Main

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