Die einzelnen Residenzen 2023
Daria Kolesnyk, Malerin (11/2023 – 01/2024)
Die Rüsselsheimer Künstlerin und Förderstipendiatin des Jahres 2022, Daria Kolesnyk, zog mit einer Projektarbeit in das offene Atelier ein. Gemeinsam mit weiteren jungen bildenden Künstlern aus der Stadt entstanden im Atelier Werke mit verschiedenen Gestaltungsmaterialien.
Zusätzlich wurde ein Kurs für Aktmalerei angeboten, bei dem die Künstler ihren Fokus insbesondere auf Proportionen und die Form des menschlichen Körpers legen sollten. Darüber hinaus wurden Exkursionen ins Umland organisiert, bei denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Landschaftsmalerei widmeten.
Künstlerinnengruppe Pentimenti (10-11/2023)
Zum Künstlerinnenkollektiv Pentimenti zählen drei Künstlerinnen, die sich im freiraum f3 mit aktuellen Arbeiten und Projekten beschäftigen. Sabine Pillwitz-Schaum arbeitet an Stelen mit Siebdruck, Monotypie und Malerei zum Thema "Habitat" und wirft mit ihrer Serie "Diary 2055" einen Blick in die Zukunft. Gabriele Sehn benutzt farbige Tuschen auf Papier und erzielt damit naturinspirierte Schichtungen und geheimnisvolle Strukturen. Ellen Ribbe entwickelt ihre Serie "flesh & bones" zu abstrakten Mischtechniken und ihre Drahtskulpturen zum Thema "Traumwandler" weiter.
Die Residenz wurde von einem Veranstaltungsprogramm gerahmt. Die Vernissage ging mit moderiertem Künstlergespräch, einer „Rewilding-Aktion“ und Losverkauf zugunsten des NABU einher. An einem weiteren Aktionstag setzte sich die deutsch-chinesische Künstlerin Yan Rechtmann aus Frankfurt in einer Performance mit den daoistischen Prinzipien des "Dao" (der Weg) sowie "Wuwei" (Nichts tun, was die Naturgesetze stört) künstlerisch auseinander. Abschließend war der Wiesbadener Maler und Illustrator Bernd Schneider mit seinem Programm „Zeichnen mit Publikum“ zu Gast im freiraum.
Christian Bihn – Projekt „DINGS BUMS“ (10/2023)
Nach der ersten Residenz von Christian Bihn im „freiraum f3“ im Frühjahr 2023, folgt mit „DINGS BUMS“ die zweite künstlerische Experimentierphase des Rüsselsheimer Kulturschaffenden. Während sich die erste Residenz „setz.dich“ mit den Themen der häuslichen Gewalt und der mentalen Gesundheit befasste, befasst sich „DINGS BUMS“ mit dem Kunstbegriff an sich. Zentrale Fragen sind dabei folgende: Was ist Dings? Was Bums? Kann aus Dings ein Bums werden, oder widerspricht sich dies bereits an der Natürlichkeit der Dinge? Kann beides überhaupt koexistieren?
Ohne großen vorgegebenen Rahmen stehen das Experimentieren mit Materialien und Darstellungsformen im Fokus.
Theater 3D – Projekt „Good News“ (09/2023)
„Good News“ ist ein partizipatives Performanceprojekt, dass im Rahmen des Bel R! Festivals 2023 in Rüsselsheim stattfand. An fünf Aktionstagen wurde eine künstlerische Forschung zu der Frage durchgeführt: Was wünschen sich die Rüsselsheimer Bürger*innen in ihrer Innenstadt für die Zukunft? Wo und wie gestalten wir in Rüsselsheim eine lebenswerte Zukunft?
Die Gedanken, Wünsche, Sorgen und Visionen wurden per Fotografie, Texte, Ton- und Videoaufnahmen dokumentiert. Die Auswertung dieser Sammlung wurde im September 2023 in Form einer Ergebnisinstallation im offenen Atelier freiraum f3 präsentiert.
German Siedler/CesarOne, Graffiti-Werkstatt (07 - 08/2023)
Jugendarbeit Innenstadt, Kunstforschung (06/2023)
Im Rahmen einer Projektwoche mit der städtischen Jugendförderung gestalteten Kinder der Grundschule Innenstadt ein „buntes Klassenzimmer“. Dafür wurde das freiraum-Atelier mit eigens gestaltetem Mobiliar ausgestattet und in ein Kunst-Klassenzimmer verwandelt. Zum Abschluss der Projektwoche fand als Zusatzevent ein Rap-Jam mit Hip Hop Kultur 428 statt.
Emanuel Heim, Maler (05/2023)
In seinen großformatigen Gemälden lässt der gebürtige Schweizer und Wahl-Berliner Emanuel Heim Eindrücke aus dem Stadtraum einfließen. Die Bilder folgen keinem strengen Konzept, sondern entwickeln sich während des gestischen Malens aus der Bewegung heraus. Emanuel Heim beschreibt seine Arbeiten auch als „Collagen von gesehenen und gedachten Eindrücken“.
Das Grundprinzip seines künstlerischen Arbeitens sei die Improvisation: „So wie Free Jazz“. Dass Musik für ihn eine wichtige Rolle beim Malen spielt, zeigt auch der Aufenthalt in Rüsselsheim, wo er gemeinsam mit dem Jazzgitarristen Nishad Pandey arbeitete. Gemeinsam luden beide Künstler am 20. Mai 2023 zu einer Live-Painting-Performance mit musikalischer Begleitung ein. Die Veranstaltung war Teil des Kunst- und Kulturfestivals „Bel R!“.
Der Aufenthalt von Emanuel Heim in Rüsselsheim folgte auf Ausstellungen in Wien (Kunstraum Wohlmut) sowie am Aargauer Kunsthaus und dem Bündner Kunstmuseum.
Daria Lavetska, Malerin (03 - 04/2023)
Nach Abschluss ihres Bachelor-Studiums in Grafikdesign ist Daria Lavetska im März 2022 aus Kiew nach Deutschland gekommen. Kontakte in die Kunst- und Kulturszene der Region hat sie unter anderem über die Teilnahme an einer Ausstellung in Wiesbaden geknüpft. Im freiraum f3 arbeitete Daria Lavetska an Ölgemälden und bot künstlerische Interaktionen an. So konnten Besucher*innen kollektiv an der Entstehung eines Bildes mitwirken. Die Ergebnisse ihrer Arbeiten wurden in einer Ausstellung gezeigt (Vernissage 24. März).
Christian Bihn / Projekt „setz dich“ (01 - 02/2023)
Christian Bihn thematisiert in seinem freiraum-Projekt die Themen häusliche Gewalt und mentale Gesundheit. Zentraler Punkt seiner Residenz ist die Performanceinstallation „setz.dich“. Der noch idyllisch gedeckte Tisch ist ein Symbol dafür, wie Opfer und Täter*innen häufig versuchen, häusliche und psychische Gewalt vor der Öffentlichkeit zu verbergen und wie groß die zerstörerische Kraft ist.
Stück für Stück zerstört Bihn die eine Hälfte des Tisches und damit das Bild, das dahintersteckt. Geschaffen hat er die Installation als einen Beitrag für den Aktionstag „One Billion Rising“ gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am 14. Februar. Während seiner freiraum-Residenz gastieren zudem lokale Künstler mit musikalischen und performativen Beiträgen.

















